
Navigation überspringen und zum Inhalt gehen
Weihbischof Guballa segnet neu gestaltete Kapelle im St. Josefs Krankenhaus in Gießen
Warmes gelbes Licht dringt durch die Glasfenster und erfüllt den Raum. In der neu gestalteten Kapelle des St. Josefs Krankenhauses sollen sich Patienten und Mitarbeiter geborgen fühlen.
Das St. Josefs Krankenhaus in Gießen hat ein neues Gesicht bekommen. Für 16 Millionen Euro wurde das ursprüngliche Gebäude renoviert und um einen vierstöckigen Bau erweitert. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit sind die Arbeiten im Oktober abgeschlossen worden. Den spirituellen Kern des Hauses bildet die neu gestaltete Kapelle, die Weihbischof Werner Guballa feierlich segnete.
Im Zentrum: Großflächige gelbe Glasfenster, die das Tageslicht zum Leuchten bringt. Der Altar besteht aus Glas, das wiederum in Holz eingefasst ist. Die Gestaltung der neuen Kapelle sei inspiriert vom Leitspruch des Trägerordens, der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) "Schöpfet aus den Quellen des Heils" (Jesaja 12,3), sagt Oberin Schwester Fabiola.
Alle Konfessionen sind willkommen
"Wir sind gehalten im Licht Gottes, der die Quelle des Heils ist", sagt der leitende Krankenhausseelsorger, Pfarrer Matthias Schmid. Der Altar symbolisiert den geheimnisvollen Eintritt Gottes in die irdische Welt: "Gott ist uns nah, indem er sich uns entzieht."
Weihbischof Werner Guballa betonte in seiner Predigt, dass der Mensch vom Grundsatz seines Wesens her nach dem Heil suche. Das Heilwerden geschehe dort, wo Leib und Seele als Einheit begriffen werden. Neben funktionalen Räumlichkeiten, kompetenter medizinischer Versorgung und guter Pflege, die ein Krankenhaus zu bieten habe, sei daher die Kapelle als notwendige Ergänzung der Ort, an dem wir Christus selbst begegnen können. Entworfen wurden die neun Meter breite und knapp drei Meter hohe Glaswand und der Glasaltar vom Atelier Münch aus Wiesbaden. Das Glasstudio Wilhelm Derix in Taunusstein führte den Entwurf aus. 40 Besucher finden in der Kapelle Platz. "Sie ist künftig tagsüber immer offen und ist allen, Patienten, Mitarbeitern und Besucher unabhängig ihrer Konfession, zugänglich", sagt Schwester Fabiola. Neben den regelmäßig stattfindenden katholischen und evangelischen Gottesdiensten, die auch in alle Patientenzimmer übertragen werden, plane die Ordensgemeinschaft weitere spirituelle Angebote, etwa das "Innehalten am Mittag".
Ehrenamtliche haben Zeit zum Zuhören
Den hauptamtlichen Seelsorgern hilft die christliche Krankenhaushilfe des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). "Jede von uns engagiert sich einmal in der Woche im Besuchsdienst", sagt Sprecherin Gisela Seibert. "Zeit für das Gespräch" sei der wesentliche Dienst, den die Ehrenamtlichen anbieten könnten, gerade auch, da die Ärzte und Pflegenden im Haus so wenig Zeit für die Patienten hätten.
Glaube und Leben 06.11.2011 (Christoph Kirchhoff)Diese Seite drucken