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St. Josefs Krankenhaus weiht Erweiterungsbau ein - Fusion mit Balserischem Stift
Manch einer im St. Josefs Krankenhaus dürfte wohl schon geglaubt haben, die Baumaßnahmen dort würden niemals enden. Zwar stehen noch immer Sanierungsarbeiten im Altbau an, aber mit der gestrigen Einweihung des Erweiterungsbaus ist das Gröbste nun geschafft. „Ihnen fällt heute sicherlich ein großer Stein vom Herzen“, wandte sich der katholische Dekan Ulrich Neff an Hausoberin Schwester Fabiola Manz. Die laut Geschäftsführer Andreas Leipert „äußerst strapazierfähige Belegschaft“ darf sich freuen: Das traditionsreiche Krankenhaus präsentiert sich in neuem Glanz.
Und mit einer neuen Adresse, die künftig Wilhelmstraße 7 lautet. Denn statt in der Liebigstraße befindet sich dort jetzt der Haupteingang. Bei der Planung des für Gesamtkosten von rund 16 Millionen Euro entstandenen vierstöckigen Neubaus, dem insgesamt dritten Bauabschnitt der Klinik, mit seinen 4.900 Quadratmetern wurde viel Wert auf ein helles und freundliches Ambiente gelegt. Die Patientenzimmer sind großzügig gestaltet und große Glasflächen sorgen für viel Licht und Transparenz. „Patienten sollen sich schon beim Betreten der Eingangshalle bei uns wohlführen“, wurde von mehreren Rednern hervorgehoben. Begonnen hatte der Tag mit einem Festgottesdienst, den Weihbischof Dr. Werner Guballa aus Mainz gestaltete. Im Anschluss segnete er Kreuze, die neuen Räume inklusive Kapelle und sogar den Kinderspielplatz vor dem Haus.
„Mit dem Neubau wurde dem St. Josefs Krankenhaus ein markantes und frisches Gesicht gegeben“, betonte Andreas Leipert und sprach von einer „sehr sinnvollen Investition“, die eine „optimale Patientenversorgung“ garantiere. Sein Dank ging neben dem Land Hessen für dessen Fördermittel von 15 Millionen Euro vor allem an alle Mitarbeiter der Klinik für die gezeigte Geduld. Generaloberin Schwester Lucella Maria Werkstetter von der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) dankte ihrerseits Leipert, ihren Mitschwestern und den übrigen Beschäftigten für deren „kontinuierlichen Einsatz zum Wohle der Menschen“.
Das Krankenhaus genieße einen sehr guten Ruf weit über Gießen hinaus, sagte sie. Und so sprach Manfred Gutzeit, Geschäftsführer der Trägergesellschaft TGE, von einer „Investition in die Zukunft“. Denn der Erweiterungsbau werde es ermöglichen, „das gesamte medizinische Leistungsspektrum umzusetzen“, war Peter Römer, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, überzeugt.
Dass auch der zukünftige Partner, das Balserische Stift, jetzt direkt über die Wilhelmstraße gelegen, jüngst Baumaßnahmen durchgeführt hat, „erweckt den Eindruck, dass sich beide anlässlich der bevorstehenden Vermählung besonders hübsch gemacht haben“, meinte Dr. Jochen Schabram, Ärztlicher Direktor von St. Josef. Laut Geschäftsführer Andreas Leipert soll die Fusion Anfang 2012 über die Bühne gehen, zur St. Josefs Krankenhaus-Krankenhaus Balserische Stiftung GmbH mit dann insgesamt etwa 500 Mitarbeitern und 250 Betten. Daher freute sich auch Prof. Fritz Lampert vom Vorstand des Balserischen Stifts mit den Nachbarn, dass „der mächtigere Partner“ nun „einen so schönen Neubau“ erhalten hat.
„Hier sieht man sich als echte Partner und nicht als Konkurrenten“, lobte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz die Kooperation. Das Gießener Südviertel werde somit künftig mitsamt Gesundheitszentrum Martinshof und Universitätsklinikum „eine unvergleichliche Fülle medizinischer Kompetenz“ bieten, „wie sie in keiner anderen Stadt Deutschlands zu finden sein wird“, stellte sie fest.
Gießener Anzeiger 08.10.2011 (FOD)Diese Seite drucken