St. Josefs Krankenhaus Gießen

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Werte der Pflegeberufe liegen wieder im Trend

 

Tag der Ausbildung – Schäfer (Agentur für Arbeit) und Becker (GIAG) besuchten Bildungszentrum für Pflegeberufe


»Patienten sind für uns keine Nummer und keine erkrankten Organe, sondern Menschen mit körperlichen und seelischen Bedürfnissen. Wir wehren uns gegen Anonymität und Routine und legen Wert auf ein menschliches Klima, heißt es in den Leitsätzen des Christlichen Bildungszentrums für Gesundheitsberufe (CBG).« Dass diese in der Ausbildung eine zentrale Rolle spielen, erfuhren Eckart Schäfer (Geschäftsführer der Agentur für Arbeit) und GIAG-Geschäftsführer Torsten Becker gestern anlässlich des „Tags der Ausbildung“ bei einem Besuch in der Schule, in der Gesundheits- und Krankenpfleger für vier Krankenhäuser ihren Beruf erlernen. Sie zeigten sich tief beeindruckt sowohl von der Vielfalt der Unterrichtsinhalte als auch von der offenen, fröhlichen Atmosphäre. Schäfer: »Wir möchten unsere Kooperation gerne intensivieren.«

Im Jahr 2004 wurde der Verein zur Förderung und zum Betreiben des CBG als Schulträger vom Evangelischen Krankenhaus, dem St.-Josefs Krankenhaus und dem Balserischen Stift gegründet. Aufgrund des wachsenden Drucks im Gesundheitswesen hatten sich das »EV« und das St.-Josefs-Krankenhaus dazu entschlossen, die bestehenden Krankenpflegeschulen wieder zusammenzuführen, erinnerte Schulleiter Klaus Eggermann. Aufgrund des Erfolgs des Ausbildungsmodells schloss sich das Diakoniekrankenhaus Marburg-Wehrda 2006 dem CBG an. Das Zentrum, das im Gebäude des »EV« Räume angemietet hat, bietet insgesamt 120 Schülern Platz. Die meisten der »Azubis«, die die dreijährige Ausbildung absolvieren, sind zwischen 17 und 22 Jahre alt, es gibt aber auch Quereinsteiger in reiferem Alter. Die Ausbildung, die im CBG aus rund 2200 Stunden Theorie und rund 3000 Stunden Praxis besteht (was mehr ist als der gesetzlich vorgeschriebene Standard), erfreut sich hoher Beliebtheit: Rund 300 Bewerbungen gehen pro Jahr ein, berichtete der stellvertretende Schulleiter Volker Luppold. Die Absolventen sind aufgrund der Spezialisierung der Trägereinrichtungen in unterschiedlichen Sparten versiert, da sie während der drei Jahre die Möglichkeit haben, die diversen Schwerpunkte der Krankenhäuser kennenzulernen.
Schulleitung und Kollegium sind stolz darauf, dass sich die Schule den Charakter einer kleinen Lehranstalt mit persönlicher Atmosphäre bewahren konnte, schildert Eggermann. Ziel ist es, die Absolventen in die Lage zu versetzen, sich individuell auf jeden Patienten einstellen zu können. Neben der anspruchsvollen Wissensvermittlung spielt immer auch der christliche Grundgedanke eine Rolle. Zuwendung, Fürsorge und Empathie würden hier mit Leben erfüllt. Dass es mittlerweile eine Vielzahl von Schülern gebe, die keiner oder einer anderen Religion angehöre, sei dabei unerheblich: Respekt und Wertschätzung seien nicht an Glaubensrichtungen gebunden, betont Eggermann.
Schäfer und Becker nutzten den »Tag der Ausbildung «, um den Kontakt mit einem Lehrinstitut zu intensivieren, das sich in vorbildlicher Weise den Herausforderungen der Zukunft stellt. » Die Pflegeberufe haben ihr Schattendasein verlassen «, erklärte Schäfer und freut sich über die Weitsicht des Trägervereins, diese Berufsfelder für junge Menschen attraktiv und interessant zu gestalten. Dass Werte, die noch vor kurzem als überholt und altmodisch verschrien waren, an Bedeutung zurückgewonnen hätten, sei ein Gewinn für die Gesellschaft.
Auch die Gießener Allgemeine Zeitung leistete am »Tag der Ausbildung« einen Beitrag. Gestern gab es eine Telefonsprechstunde zum Thema Lehrstellenvermittlung, bei der Experten der Arbeitsagentur, der GIAG, der IHK und der Kreishandwerkerschaft Rede und Antwort standen. Ein ausführlicher Bericht folgt in der Freitagausgabe.

Gießener Allgemeine - 12.05.2010 (CG)Diese Seite drucken

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