
Navigation überspringen und zum Inhalt gehen
St.-Josefs-Krankenhaus: Land fördert Baumaßnahme mit 15 Millionen Euro – Bouffier übergab Bewilligungsbescheid
»Morgenstund hat Gold im Mund«, weiß der Volksmund. Das Sprichwort hat sich gestern früh im übertragenen Sinn im St.-Josefs-Krankenhaus auf besondere Weise bewahrheitet: Noch ehe er in die Landeshauptstadt aufbrach, überreichte Minister Volker Bouffier im »Martinssaal« mit Grüßen aus dem hessischen Gesundheitsministerium einen Fördermittelbescheid des Landes über 15 Millionen Euro an Geschäftsführer Andreas Leipert und die aus Nürnberg angereiste Provinzökonomin Schwester Pia von der Kongregation der »Niederbronner Schwestern«. Diese haben vor 128 Jahren das beliebte Gießener Krankenhaus begründet und es bisher durch wechselnde Zeitläufe geführt.
Bouffier bezeichnete eine flächendeckende, moderne und hochwertige medizinische Versorgung als zentrales Anliegen der Landesregierung. »Ich freue mich, dass wir das St.-Josefs-Krankenhaus bei den geplanten Baumaßnahmen unterstützen und dadurch die medizinische Versorgung der Patienten in der Region verbessern können. « Die hier erfolgte Investition sei aber auch mit Blick auf den Strukturwandel vom Krankenhaus- zum Dienstleistungsbereich hin von Bedeutung: Es sei wichtig, dass sich die Kliniken rechtzeitig auf diese Entwicklung einstellten und angesichts des steigenden Kostendrucks zu medizinische Dienstleistungszentren fortentwickelten, bei denen der Patient an erster Stelle stehe. Unter diesem Aspekt sei auch die Kooperation mit dem Balserischen Stift als wegweisende Entscheidung zu betrachten, so der Minister.
Auf diese Zusammenarbeit ging auch Geschäftsführer Andreas Leipert ein: Aus der traditionell guten Nachbarschaft sei – ohne wirtschaftliche Not – ein enges Zusammenwirken auf vielen Ebenen erwachsen. »Der feste Wille der beiden Krankenhausträger, die Häuser zusammenzuführen, ist die Grundlage, auf der wir eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft gestalten werden.« Die Anwesenheit von Vorständen und Krankenhausleitung des »Balserischen« unterstreiche die Entschlossenheit, auf dem eingeschlagenen gemeinsamen Weg fortzufahren.
Nach bereits in den vergangenen Jahren realisierten Baumaßnahmen im Umfang von rund 25 Millionen Euro kann mit den jetzt bewilligten Mitteln noch in diesem Monat der Erweiterungsbau über der Tiefgarage an der Wilhelmstraße in Angriff genommen werden. Wenn die Arbeiten in zwei Jahren abgeschlossen sind, wird sich das äußere Erscheinungsbild des Krankenhauses gewandelt und entscheidend zu seinen Gunsten verändert haben: Der Haupteingang ist dann an die Wilhelmstraße verlegt. Er dient mit Kapelle und Cafeteria auch der Patientenaufnahme und bietet Zugang zu den Aufzügen sowie zum zentralen Treppenhaus. Drei moderne Stationen werden zwei Pflegestationen mit Drei-Bett-Zimmern ersetzen. Die Zentralküche wird modernisiert. Im Obergeschoss werden Arzt und Behandlungsräume gestiegenen Anforderungen angepasst und der Martinshof auch architektonisch mit dem Krankenhaus verbunden. Nicht zuletzt wird der von Freunden des Hauses bewunderte Patientengarten – zur besonderen Freude von Prof. Fritz Lampert, der als ärztlicher Vorstand namens des Balserischen »alles Gute« wünschte – wieder grünen und blühen.
»Ich kann Ihnen versichern«, wandte sich Leipert abschließend an die Gäste, unter denen man auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz bemerkte – »die jetzt bewilligten Mittel sind eine gute Investition. Damit können wir die Patientenversorgung zukunftsfähig gestalten und dauerhaft sichern«.
Provinzökonomin Schwester Pia bezeichnete die Zusage der Fördermittel als »freudiges Ereignis«, und der ärztliche Direktor, Dr. Hermann Lieser, betonte, der Anspruch des St.-Josefs-Krankenhauses, eine am Patienten orientierte, moderne Medizin im Herzen der Stadt zu bieten, werde sich dank der jetzt anlaufenden Arbeiten künftig noch besser erfüllen lassen.
Gießener Allgemeine - 20.04.2010 (IF)

Provinzökonomin Schwester Pia Gensheimer, Minister Bouffier und Geschäftsführer des St. Josefs Krankenhauses , Andreas Leipert
Foto Gießener Allgemeine - 20-04.2010 (FD)