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Mitarbeiter des St. Josefs Krankenhauses feiern fünfjähriges Bestehen der geriatrischen Abteilung - "Erfolgreiche Arbeit"
(soh). Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es in Gießen eine geriatrische Abteilung am St. Josefs Krankenhaus, die sich um die speziellen Belange des älteren Patienten kümmert. Grund genug, ein erstes Resümee zu ziehen und die vielfältige Arbeit der geriatrischen Abteilung des traditionsreichen Stadtkrankenhauses einmal vorzustellen. So geschehen bei einem Symposium im Netanya-Saal des Alten Schlosses. "Mit dem Symposium würdigen wir die erfolgreiche Arbeit der ersten fünf Jahre", sagte Geschäftsführer des St. Josefs Krankenhauses, Andreas Leipert. Der Erfolg, den man von Beginn an verzeichnen konnte, sei zu aller erst der Verdienst eines fachlich qualifizierten und engagierten Teams aus Ärzten, Schwestern und Pflegern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Konsiliarärzten, Psychologen, Seelsorgern und Stationshilfen. "Ihnen allen gehört heute unser besonderer Dank für professionelle Arbeit und die menschliche Zuwendung, die sie den Patienten entgegenbringen".
Damals, vor fünf Jahren, sei allen bewusst gewesen: Die Menschen würden stetig älter und älter, und seien damit häufiger und anders krank als jüngere. "Wir entschlossen uns also, ein Konzept zu entwickeln und diese Abteilung aufzubauen", sagte Leipert. Mit Chefarzt Dr. Klaus Ehlenz habe man auch gleich einen überzeugten und engagierten Protagonisten gewinnen können.
Es sei eine gute Entscheidung gewesen, diese Fachdisziplin im St. Josefs Krankenhaus anzusiedeln, befand auch die Hausoberin des Krankenhauses Schwester Fabiola Manz. "Es ist uns ein wichtiger Auftrag, dazu beizutragen, die Lebensphase des alten Menschen qualitativ zu gestalten und den Patienten wie auch den Angehörigen helfend beizustehen." Sie habe bei vielen Besuchen auf der geriatrischen Station gesehen, wie kompetent und liebevoll die Patienten gepflegt und therapiert würden.
Eine Übersicht über die vielen Aufgaben der Geriatrie, erläuterten anschließend Oberarzt Dr. Stefan Steidl und Fachschwester Anke Wehrenpfennig. Der typische geriatrische Patient sei über 65 Jahre alt, habe deutliche Einschränkungen in seiner selbständigen Alltagsbewältigung und habe mehrere Grundleiden, so Steidl. Dazu komme meist noch ein akutes Ereignis wie ein Herzinfarkt oder ein Sturz, der den Aufenthalt in einer Klinik nötig mache. Nach der Behandlung in der entsprechenden Fachabteilung beispielsweise der Chirugie oder Kardiologie, komme der alte Patient zur Rehabilitation in die geriatrische Abteilung. "Grundvoraussetzungen hierfür sind aber, dass der Patient die Reha wirklich will, psychisch und physisch der Therapie folgen kann und die Begleiterkrankungen führbar sind", sagte Steidl. Für Patienten mit einer beispielsweise schweren Demenz, sei die Geriatrie nicht geeignet. Die Behandlung in der Geriatrie erfolge dann ganzheitlich in einem interdisziplinären Team. Es folgten noch viele Fachvorträge über die, den geriatrischen Patienten berührenden Themenbereiche Osteoporose, Gangstörung, Demenz, kardiologische Therapie, Versorgungsmodelle gerontopsychiatrischer Patienten und die Teamarbeit in der Geriatrie. Auch nach den Vorträgen blieb Raum für Gespräche und Diskussionen.
Gießener Anzeiger - 20.10.2009