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Ärztefortbildung - An der Schnittstelle von Innerer Medizin und Geriatrie
Gießen (ika). Typische Alterskrankheiten wie Diabetes oder Erkrankungen der Galle nehmen im Zuge des demographischen Wandels und aufgrund von Ernährungsgewohnheiten stetig zu. Sie betreffen sowohl das Forschungsgebiet der Inneren Medizin als auch die Geriatrie, die Altersheilkunde. In Zukunft wird folglich die Vernetzung dieser Bereiche weiter zunehmen.
Vor diesem Hintergrund gab es am Mittwoch eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung, zu der Ärzte der Abteilung Innere Medizin vom Krankenhaus der Balserischen Stiftung und der Abteilung Geriatrie des St. Josefs Krankenhauses in den Martinshof eingeladen hatten. Dies geschah im Zuge ihrer engen Kooperation - mit dem Ziel der Fusion zu einem Krankenhaus in 2011. Rund 30 Teilnehmer - sowohl von den beiden Krankenhäusern als auch niedergelassene Ärzte - hörten die vier Vorträge, in denen die Schnittstellen der beiden Disziplinen aufgezeigt wurden.
Dr. Stefan Steidl, Oberarzt der Geriatrie am St. Josefs Krankenhaus, erläuterte die besonderen Herausforderungen seiner Disziplin. Hier heißt es, mit verschiedenen Krankheitsbildern gleichzeitig umzugehen und der körperlichen und seelischen Verfassung älterer Patienten gerecht zu werden. Die beiden Krankenhäuser arbeiten diesbezüglich bereits Hand in Hand. Die Akutversorgung der älteren Patienten mit inneren Erkrankungen findet in der Balserischen Stiftung statt, Rehabilitationsmaßnahmen werden dann im St. Josefs Krankenhaus durchgeführt. »Soviel Klinik wie nötig, soviel häusliche Umgebung wie möglich, muss hierbei die Devise lauten«, sagte Steidl.
Über Eingriffsmöglichkeiten bei Blutungen im Verdauungstrakt verschiedenster Ursache informierte Dr. Ahmet Akinci vom Balserischen Stift. Mit rund 60.000 Einweisungen pro Jahr ist dies der häufigste Notfall.
Hans-Ulrich Klör, Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Klinik III der Justus-Liebig-Universität, berichtete über Pankreas-Erkrankungen und deren endoskopische Operationsmöglichkeiten. Studien weisen hier darauf hin, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung an einer nicht entdeckten Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden.
Über aktuelle Fortschritte und Probleme in der Diabetestherapie berichtete PD Dr. Klaus Ehlenz, Chefarzt am St. Josefs Krankenhaus. »Bei allen Möglichkeiten der Medikation geht es aber nicht ohne die Mitarbeit des Patienten bezüglich Ernährungsgewohnheiten und Bewegung«, betonte Ehlenz.
Gießener Allgemeine vom 26.06.2009